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Ein neues Familienmitglied

Guten Morgen Newt,

schwanzwedelnd empfängt mich unser Familienzuwachs jeden Morgen. Dieses Ritual wiederholt sich seit Ende Juli jeden Tag. Newton ist ein Mischlingshund aus einem ungarischen Tierheim. Nachdem ich im Frühsommer bei unserem Urlaub in Tirol immer wieder über einen Hund nachgedacht habe hat meine Frau die Gelegenheit beim Schopf gegriffen und einfach gemacht. Zu ihrem Gunsten muss man jedoch sagen, ich durfte entscheiden wer denn zu uns kommt. Wir wussten von Anfang an es würde ein Tier aus dem Tierschutz sein, da wir uns einen Welpen nicht antun wollten. Die Tierheime in der Gegend hatten zwar auch nicht wenig Auswahl, jedoch irgendwie nicht so ganz das was wir suchten. Wir wollten einen katzenverträglichen und umgänglichen Hund mit nicht allzu großer psychischer Schädigung. Ersteres ist gelungen, das zweite nicht ganz, wie sich gestern herausstellte. Aber eins nach dem Anderen.

Newton hieß früher Grimm und hat eine harte Geschichte hinter sich, wie wir auch erst später festgestellt haben. Er kam mit wenigen Wochen ins Tierheim und lebte dort über 3 Jahre in einem Zwinger mit anderen Hunden und am letzten Juliwochenende dieses Jahr durfte er dann endlich zu uns kommen. Seine Leidensgeschichte ist geprägt durch seine sehr zurückhaltende und unterwürfige Art, er hatte mehrfach Hauterkrankungen und wurde einmal beinahe totgebissen. Damit ist jetzt aber Schluss.

Als er ankam wusste er instinktiv wer seine neue Familie sein würde, er kam sofort zu uns und hat Schutz gesucht. Uns war klar, dass er nicht direkt stubenrein sein würde. Newt hat jedoch keine drei Tage dafür gebraucht um zu kapieren, wann er darf und wann nicht. Es gibt wenige Ausnahmen, an denen er nicht bei sich halten kann. Wenn er Angst hat lässt er laufen und wenn er sich über die Maßen freut auch. Letzte Woche hatte er Magenprobleme, dabei ist auch zwei mal was schief gegangen, aber das kann ich ihm nicht vorwerfen.

Wir haben ihn gebadet, gewaschen, gebürstet, er lässt alles mit sich machen ohne zu meckern, nur die Angst müssen wir immer wieder aufs neue bekämpfen. Mülltonnen, diese bösen schwarzen Dinger, Männer, die sich nicht klein machen können, Autos und laute Motoren. Nach etwa 4-5 Wochen hat es das erste mal Klick gemacht, mit anderen Hunden hat er zwar immer noch Schwierigkeiten und mit fremden Menschen auch aber es wird.

Gestern dann zum ersten mal ohne vorherige Ankündigung fletschte er die Zähne, machte einen Buckel und bellte, als mein bester Freund sich zu ihm auf die Couch setzen wollte. Er hatte ihn schon ein paar Tage vorher kennen gelernt, diese Reaktion kannte ich jedoch gar nicht von Newt. Ein Schreckmoment für alle Beteiligten, da war sie wieder die Angst. Scheinbar fühlte er sich unsicher und in die Ecke gedrängt, abends beim Spaziergang war er wieder entspannt. Wir müssen ihn aber immer wieder überzeugen, dass alles gut ist und er keine Angst haben braucht und die Couch gehört allen nicht ihm allein.

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